Was ist ein Implantat?

Ein Zahnimplantat ist eine künstliche Zahnwurzel, die in den Kieferknochen eingebracht wird. Es dient – zusammen mit dem darauf befestigten Aufbau – als Träger für den eigentlichen Zahnersatz. Das kann eine festsitzende Krone oder Brücke sein oder ein herausnehmbarer Zahnersatz.

Die heute zur Verfügung stehenden Implantate sind das Ergebnis langjähriger Entwicklungs- und Forschungsarbeit und haben sich mittlerweile millionenfach bewährt. Im Prinzip lässt sich die Vielfalt in zwei Kategorien unterteilen:

Einteiliges Implantat

  • einteilige Implantate
  • zweiteilige Implantate

Zweiteiliges Implantat

Einteilige Implantate sind aus einem Stück gefertigt: Implantatschraube und der Aufbau stellen eine Einheit dar. Dadurch ist kein weiterer Termin nötig, um den Aufbau einzuschrauben.

Als weiterer Nachteil muss erwähnt werden, dass das Implantat aus Versehen Belastungen ausgesetzt ist, zum Beispiel beim Essen. Entzündungen und/oder Belastungen können im schlimmsten Fall das feste Einwachsen des Implantats verhindern.

einteilige-implantat

Einteiliges Implantat

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Zweiteiliges Implantat

 

 

 

 

 

 

 

 

Zweiteilige Implantate sind Standard

Am häufigsten werden zweiteilige Implantate eingesetzt. 85 bis 90 Prozent der Implantate sind „Zweiteiler“. Bei ihnen wird der Aufbau – auf dem später der Zahnersatz befestigt wird – erst nach der Implantation auf die „künstliche Wurzel“ geschraubt.

Dies bietet zwei große Vorteile:

  • Die Implantatschraube wird nach dem Einsetzen in den Kieferknochen mit einer Abdeckscheibe verschlossen und mit Zahnfleisch be deckt. So kann das Implan tat gut geschützt einheilen.
  • Form und Winkel des Aufbaus können später ausgewählt werden. So lässt sich der Zahnersatz optimal in die Zahnreihe einpassen.

Für die lange Haltbarkeit ist entscheidend, das Implantat und Aufbau (auch als Abutment bezeichnet) gut und sicher miteinander verbunden sind.

zweistellige-implantate

Pro & Contra – Implantat einteilig oder zweiteilig?

Am häufigsten werden zweiteilige Implantate eingesetzt. 85 bis 90 Prozent der Implantate sind „Zweiteiler“. Bei ihnen wird der Aufbau – auf dem später der Zahnersatz befestigt wird – erst nach der Implantation auf die „künstliche Wurzel“ geschraubt.

pro-und-contra

 

Sofort- oder Spätimplantat?

Die Wahl des Implantats hängt von der Knochenstruktur, der Lokalisation und vom Zeitpunkt des Einsetzens ab. Hier werden Sofort- und Spät-Implantate unterschieden:

  1. Sofort-Implantate werden unmittelbar nach der Zahnentfernung eingesetzt.
  2. Verzögerte Spät-Implantate werden bis zu sechs Wochen nach der Zahnentfer nung eingesetzt; und
  3. Spätimplantate werden ca. drei Monate nach der Zahnentfernung eingesetzt.

Welches Implantat für Sie in Frage kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab und wird bei der Implantatplanung festgelegt.

 

Sofort-Implantat bei Vorderzahn-Verlust

Sofort-Implantate werden sofort – das heißt maximal bis zu 6 Wochen – nach der Entfernung des Zahns eingesetzt. Diese schnelle Variante kommt in Frage, wenn einzelne Vorderzähne oder kleine Backenzähne fehlen beziehungsweise entfernt wurden.
Auf Sofort-Implantaten kann in den meisten Fällen nicht gleich eine Krone oder Zahnersatz befestigt werden, da während der Einheilphase keine Belastung des Implantats stattfinden darf. Einschränkend gilt, dass sich Sofort- Implantate nicht für alle Situationen und Menschen eignen.

sofort-implantat

 

Spätimplantate bieten Sicherheit

Die Spätimplantation ist das klassische Verfahren. Der Zahn fehlt bereits seit einiger Zeit oder ist vor längerem entfernt worden. Die Lücke, die die Zahnwurzel im Kiefer hinterlassen hat, ist sehr gut abgeheilt. Damit hat ein neu gesetztes Implantat die besten Chancen, stabil in den Kieferknochen einzuwachsen. In einigen Fällen – vor allem wenn der Zahn schon länger fehlt – kann ein Kieferknochenschwund vorliegen.
Dies passiert, weil der Knochen unter der Zahnlücke nicht mehr belastet wird. Auch Muskeln schrumpfen und werden ganz dünn, wenn sie zum Beispiel unter einem Gipsverband nicht bewegt werden. Mediziner nennen diesen Prozess Atrophie. Anders als beim Muskel, kann jedoch einmal abgebauter Knochen auf natürliche Weise nicht wieder aufgebaut werden.
Früher war dies eine schwierige Situation. Der fehlende Kieferknochen musste mit eigenem Knochenmaterial aus dem Becken aufgebaut werden und dazu ist eine größere Operation nötig. Heute gibt es Knochenaufbau-Substanzen, die in den meisten Fällen sehr zuverlässig funktionieren.

Mini-Implantate – keine große Sache

Mini-Implantate im Unterkiefer gehören zu den Sofort-Implantaten. Der Durchmesser der Schraube ist kleiner als bei herkömmlichen Implantaten, daher der Name „Mini“. Die dünnen Implantate eignen sich besonders gut, um Vollprothesen bei Zahnlosigkeit zu befestigen.
Es ist in der Regel keine größere Operation notwendig – allerdings sollte wie sonst auch das Einsetzen sorgfältig geplant sein. Die „Kleinen“ werden direkt in den Knochen eingesetzt. Es ist dabei meistens nicht nötig, das Zahnfleisch aufzuschneiden und wegzuklappen.

mini-implantate

Die Mini-Implantate im Unterkiefer sitzen direkt nach dem Einsetzen fest. Sie können sofort belastet werden. Das bedeutet, dass die Prothese in der Regel sofort eingesetzt wird – und der Patient mit festsitzenden Zähnen nach Hause gehen kann.

Mini-Implantate im Unterkiefer können in den meisten Fällen sofort mit einer Prothese versorgt und belastet werden, während Mini-Implantate im Oberkiefer nach der Implantation noch nicht belastet werden dürfen.

Auch im Oberkiefer können Mini- Implantate eingesetzt werden. Da der Knochen in der Regel allerdings nicht so fest ist, sollte die Implantatanzahl erhöht werden (6 bis 8 Implantate) um einen sicheren Halt der Prothese zu ermöglichen. Auch im Oberkiefer ist es möglich, die Implantate sofort mit der Prothese zu verbinden; allerdings nur, wenn die Implantate eine ausreichende Festigkeit (Primärstabilität) haben. Sollte dieser Wert, den der Implantologe während der Operation ermittelt, nicht gegeben sein, ist es sinnvoll, die Implantate zunächst ohne Belastung in den Kiefer einwachsen zu lassen und erst nach ca. 3 bis 4 Monaten mit dem Zahnersatz zu verbinden und zu belasten.

Die bisherigen Studien zeigen, dass auch die Mini-Implantate gut halten.

Vorteile auf einen Blick

  • Preiswert und sofort belastbar
  • Stabiler sitzender Zahnersatz
  • Meistens keine neue Prothese notwendig
  • Einfache Pflege
  • Keine Haftcreme !!
  • Nur ein Behandlungstermin

Alternativen: Brücke oder Prothese

Viele Menschen haben Angst vor der Implantat-Setzung. Das ist verständlich, aber was bieten die Alternativen zum Implantat? Mut zur Lücke heißt es vielfach salopp. Wie bereits erläutert, baut sich bei fehlendem Zahn der Kieferknochen allmählich ab. Fehlen mehrere Zähne, kann dies schnell dazu führen, dass die (noch) gesunden Zähne an Stabilität verlieren. Sie beginnen zu wackeln und weiterer Zahnverlust droht. Über einen längeren Zeitraum gesehen, ist dies ganz sicher die schlechteste Lösung.
Fehlen ein bis drei Zähne, kann eine Brücke eingesetzt oder eine herausnehmbare Teilprothese angepasst werden.

Brücke: Um eine Brücke einzusetzen, müssen die gesunden Zähne rechts und links der Lücke abgeschliffen werden. Auf ihnen werden die Kronen, die die Brücke tragen befestigt. Eine Brücke wird auch als festsitzender Zahnersatz bezeichnet.

Teilprothese: Eine Teilprothese ist anders als eine Brücke herausnehmbar. Sie kann mithilfe von Klammern an den noch vorhandenen Zähnen befestigt werden. Klammern können jedoch die gesunden Zähne auf lange Sicht schädigen oder lockern. Aufwändiger sind herausnehmbare Geschiebe- oder Teleskop-Prothesen. Sie werden mithilfe von speziellen Kronen an den gesunden Zähnen befestigt. Das bedeutet: Wie bei einer Brücke auch, müssen gesunde Zähne abgeschliffen werden. Diese Beschädigung von zwei gesunden Zähnen, um einen fehlenden zu ersetzen, kann heutzutage nicht mehr empfohlen werden.
Fehlen mehr als drei Zähne in Reihe oder Zähne in verschiedenen Bereichen des Kiefers, ist in der Regel eine Brückenkonstruktion nicht mehr möglich. Hier kommen Teilprothesen oder bei zahnfreien Kiefern auch Vollprothesen zum Einsatz.

Vollprothese: Eine Vollprothese im Unterkiefer sitzt „nur“ auf dem Kieferkamm. Sie hält lediglich, indem sie sich auf der leicht elastischen Schleimhaut des Kieferkamms festsaugt.
Eine Oberkiefer-Vollprothese liegt auf dem Kieferkamm auf und bedeckt zusätzlich den Gaumen. Dadurch wird häufig das Geschmacksgefühl beeinträchtigt.

Implantate: ein langlebiger Zahnersatz

Ein Implantat kann sehr lange halten, vorausgesetzt es wird nicht überlastet und die Mundhygiene stimmt.
Die Haltbarkeit von Implantaten wurde seit Beginn der modernen Implantologie vor etwa 25 Jahren in wissenschaftlichen Studien untersucht. Aktuelle Langzeitstudien belegen die gute Haltbarkeit der Implantate: Sind die künstlichen Wurzeln gut eingewachsen, sitzen 85 bis 95 Prozent auch nach 10 Jahren noch fest im Kiefer und erfüllen ihren Zweck.

Die Erfolgsquote liegt im Unterkiefer etwas höher als im Oberkiefer. Denn in der Regel ist der Unterkieferknochen stabiler als der Oberkiefer. Daher hält das Implantat im Unterkiefer auch stärkere Belastungen aus, beziehungsweise hält länger.

Verglichen mit der Haltbarkeit von klassischem Zahnersatz, schneiden die Implantate bestens ab: Von herkömmlichen Brücken sitzen nach 10 Jahren noch etwa 80% gut, bei Einzelkronen beträgt die 10-Jahres-Überlebensrate 70-75%.

Fazit: Implantate sind bei guter Pflege genauso langlebig wie ein eigener Zahn.

vorteile-nachteile